Altenburger Str. 54, 96049 Bamberg

Angebot

Einfühlen. Reflektieren. Perspektiven entwickeln.

Jeder Mensch kommt mit seiner eigenen Geschichte, seinen eigenen Erfahrungen und seinen eigenen Fragen in die Therapie. Im Laufe meiner Ausbildungen habe ich verschiedene therapeutische Ansätze kennengelernt. Heute ist mir weniger wichtig, welcher Schule ein Gedanke entstammt, sondern ob er dem Menschen hilft, der mir gegenübersitzt. Deshalb versuche ich, gemeinsam einen individuellen therapeutischen Weg zu entwickeln.

Der Psychotherapieforscher Lester Luborsky sprach einmal von Psychotherapie als einem „unvorhersagbaren Abenteuer“. Diesem Gedanken kann ich viel abgewinnen. Zwar bringen Menschen ähnliche Symptome mit – Ängste, Depressionen, Konflikte in Beziehungen, Erschöpfung, Selbstzweifel oder Lebenskrisen. Doch die Wege, auf denen diese Schwierigkeiten entstanden sind, und die Wege, auf denen Veränderung möglich wird, unterscheiden sich oft. Deshalb verstehe ich Psychotherapie nicht als die Anwendung einer festen Methode auf ein fest umrissenes Problem. Vielmehr entsteht Therapie für mich in der Begegnung zweier Menschen, die gemeinsam versuchen zu verstehen, was Leiden aufrechterhält und was Veränderung möglich machen könnte. Ich arbeite integrativ, das heißt: Ich versuche, gemeinsam mit Ihnen herauszufinden, welche Zugänge, Perspektiven und Methoden für Ihre Situation hilfreich sein können.
 

Im Zentrum steht für mich dabei die gemeinsame Arbeit an drei Fragen:

Was empfinden Sie?

Wie verstehen Sie Ihr Erleben und Ihre Situation?
Wie könnte ein hilfreicher nächster Schritt aussehen?

Daraus ergibt sich der Dreischritt, der meine Arbeit prägt:


Einfühlen

Veränderung beginnt häufig dort, wo Menschen ihren Erfahrungen wieder begegnen können. Viele persönliche Schwierigkeiten entstehen nicht dadurch, dass Gefühle vorhanden sind, sondern dadurch, dass sie keinen Platz finden, nicht verstanden werden oder vermieden werden müssen. Angst, Trauer, Scham, Wut, Einsamkeit oder Sehnsucht werden dann oft zu etwas, gegen das man ankämpft.

In der Therapie geht es deshalb zunächst darum, solchen inneren Erfahrungen und körperlichen Empfindungen Raum zu geben und beides ernst zu nehmen; nicht selten entsteht dadurch ein tieferes Verständnis dafür, worum es eigentlich geht.

Erfolgreiche Therapie bedeutet aus meiner Sicht nicht in erster Linie, nur über Probleme zu reden oder sie möglichst klug zu analysieren. Verstehen ist oft hilfreich; Veränderung entsteht jedoch häufig erst dort, wo Menschen sich selbst auf neue Weise erfahren können. Zu gelingender Therapie gehört dafür auch eine vertrauensvolle therapeutische Beziehung, in der neue Erfahrungen möglich werden. Eine solche Beziehung ist oft die Voraussetzung dafür, dem eigenen Erleben wirklich begegnen zu können – den Gefühlen, Bedürfnissen und Konflikten. Dort eröffnet sich häufig die Möglichkeit wirklicher Veränderung.

Reflektieren
Gefühle allein sind jedoch nicht alles. Menschen leben auch in Geschichten, Überzeugungen und Deutungen. Wir entwickeln Vorstellungen darüber, wer wir sind, was wir dürfen, was wir leisten müssen, was andere von uns erwarten und wie die Welt funktioniert. Und manche dieser Überzeugungen helfen uns; andere wiederum engen uns ein.

Ein wichtiger Teil meiner Arbeit besteht deshalb darin, gemeinsam nachzudenken: über Muster, die sich wiederholen, über innere Konflikte, über Beziehungen, Entscheidungen und Lebensentwürfe. Oft hilft dabei ein sokratischer Dialog, also ein gemeinsames Erkunden von Fragen, statt vorschnelle Antworten zu liefern.

Ich verstehe Therapie also nicht als einen Ort, an dem fertige Wahrheiten vermittelt werden. Vielmehr geht es darum, eigene Einsichten zu entwickeln und neue Perspektiven zu entdecken.

Perspektiven entwickeln
Deshalb richtet sich der Blick immer auch nach vorne: Welche Möglichkeiten gibt es? Welche Fähigkeiten sind bereits vorhanden, aber beispielsweise blockiert? Welche Schritte könnten ein anderes Leben, eine andere Beziehung oder einen anderen Umgang mit sich selbst ermöglichen?

Es interessieren mich also nicht nur Symptome, sondern auch Ressourcen, Werte und Ziele. Gemeinsam entwickeln wir Bilder, Ideen und Handlungsmöglichkeiten, die Orientierung geben und Veränderung konkret werden lassen. Therapie ist so für mich immer auch Zukunftsarbeit und ein Pendeln im Blick auf das Vergangene, das Jetzt und das, was noch wird.

Mein therapeutischer Hintergrund
Meine Arbeitsweise ist integrativ. Das bedeutet, dass ich verschiedene therapeutische Ansätze miteinander verbinde und jeweils das nutze, was für die konkrete Person oder das konkrete Paar hilfreich erscheint. Zu meinen wichtigsten Einflüssen gehören:

Integrative Psychotherapie
Hier fließen unter anderem humanistische Ansätze nach Carl Rogers und Martin Buber, Teilearbeit, Selbstmitgefühl, Körperpsychotherapie sowie hypnotherapeutische Verfahren nach Milton Erickson ein. Dabei interessiert mich besonders die Frage, wie Menschen einen freundlicheren und zugleich realistischeren Umgang mit sich selbst entwickeln können. 

Philosophische Begleitung

Ein besonderer Schwerpunkt meiner Arbeit ist die Verbindung von Psychotherapie und Philosophie. Dabei geht es nicht einfach um akademische Theorie oder abstrakte Gedankenspiele. Mich interessiert die Philosophie als Lebenskunst – so wie sie bereits in der Antike verstanden wurde. Philosophie war dort weniger eine akademische Disziplin als vielmehr eine Übung im Leben: eine Praxis der Selbstklärung, der Orientierung und der bewussten Gestaltung des eigenen Daseins. Viele Menschen kommen nicht nur mit Symptomen in die Therapie, sondern auch mit Fragen: Fragen nach dem eigenen Lebensweg, nach Orientierung, nach dem Umgang mit Verlust, Verantwortung, Freiheit oder Endlichkeit. Solche Fragen sind nicht nur psychologisch, sondern auch philosophisch, denn sie berühren Grundfragen menschlicher Existenz. Philosophen wie Sokrates, die Stoiker, Aristoteles oder Epikur beschäftigten sich mit Fragen, die bis heute aktuell geblieben sind:

Wie möchte ich leben?
Was ist mir wirklich wichtig?
Wie gehe ich mit Unsicherheit, Verlust oder dem Tod um?
Wie gehe ich mit Freiheit und Verantwortung um?
Was trägt mich in Krisenzeiten?
Wie gestalte ich Beziehungen zu anderen? 


Auch moderne Autoren wie Viktor Frankl oder Irvin Yalom zeigen, wie eng psychologische und existenzielle Fragen miteinander verbunden sind. Philosophie kann dabei helfen, Orientierung zu finden, Denkgewohnheiten zu hinterfragen, innere Freiheit zu gewinnen und bewusster zu leben. Mich interessiert dabei vor allem, wie philosophische Einsichten im konkreten Leben hilfreich werden können. Sie ersetzt keine Psychotherapie, kann diese aber immer wieder hilfreich ergänzen.

Systemische Therapie
Die systemische Perspektive betrachtet Menschen nie isoliert, sondern im Zusammenhang ihrer Beziehungen und Lebenskontexte. Sie hilft dabei, festgefahrene Muster zu erkennen, neue Perspektiven zu entwickeln und vorhandene Ressourcen wieder zugänglich zu machen.

Traumatherapeutische Verfahren
Belastende Erfahrungen hinterlassen oft nicht nur Spuren im Denken, sondern auch im Körper. Körperliche Reaktionen verstehe ich dabei nicht als bloße Begleiterscheinungen psychischer Prozesse, sondern als wichtige Informationsquelle über das eigene Erleben. Deshalb beziehe ich körperliche Wahrnehmung und moderne traumatherapeutische Ansätze in meine Arbeit ein. Ziel ist es, belastende Erfahrungen zu verarbeiten und wieder mehr Sicherheit, Handlungsfähigkeit und Lebendigkeit zu gewinnen.

Sexualtherapie
Im Bereich der Sexualtherapie arbeite ich mit wissenschaftlich fundierten Verfahren, die helfen können, sexuelle Schwierigkeiten besser zu verstehen und konkrete Veränderungen anzustoßen.

Einzeltherapie und Paartherapie
Ich arbeite sowohl mit Einzelpersonen als auch mit Paaren.

In der Einzeltherapie steht die persönliche Entwicklung, die Bewältigung psychischer Belastungen und die Arbeit an individuellen Lebensfragen im Vordergrund.

In der Paartherapie interessiert mich besonders, wie beide Partner ihre Beziehung erleben, welche Gefühle, Bedürfnisse und Verletzungen sich hinter Konflikten verbergen, wie sich wiederkehrende Beziehungsmuster entwickelt haben und wie wieder mehr Verständnis, Verbundenheit und Lebendigkeit entstehen können.

Lernen als Teil der Profession
Psychotherapie lebt von Erfahrung, aber auch von kontinuierlicher Weiterentwicklung.
Deshalb bilde ich mich regelmäßig fort und beschäftige mich fortlaufend mit neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen, therapeutischen Verfahren und philosophischen Perspektiven.

Gleichzeitig bin ich überzeugt, dass gute Therapie weder nur aus Verstehen noch nur aus Veränderung besteht. Sie verbindet das gemeinsame Erforschen dessen, was ist, mit dem Entwickeln dessen, was werden könnte. Sie ist also mehr als eine Technik: eine Praxis in Form eines gemeinsamen Erkundens, Verstehens und Einübens neuer Möglichkeiten des Lebens. Jede Sitzung ist eine Begegnung zwischen Menschen; jede Geschichte ist einzigartig und jede Therapie entwickelt ihren eigenen Weg – diesen Weg gemeinsam zu erkunden und zu gehen, verstehe ich als den Kern meiner Arbeit.

Du lernst den Baum kennen,
wenn du dich an ihn lehnen willst.

Unbekannte:r Verfasser:in